
Die Idee hinter WOT ist denkbar einfach:
“Nutze die Power der Community und bilde die Erkenntnisse in einem Browser Add-on ab.”
Das Konzept scheint zumindest zu funktionieren, wenn man sich die Zahlen auf der Statistikseite von WOT ansieht. Bis jetzt wurden über 28,5 Millionen Seiten von der Community bewertet.
Besagtes Add-on ist im Moment für den Internet Explorer sowie für den Firefox erhältlich. Für Googles Chrome der Version 4 ist ebenfalls eine frühe Version als Add-on verfügbar. Auch für Apples Safari ist eine Version in Arbeit.
Für jene welche sich das WOT-Add-on installieren, ändert sich die Wahrnehmung des Internet nachhaltig. Bereits in den SERPs der meisten Suchmaschinen, wird die jeweilige Reputation einer Webseite angezeigt und so bereits frühzeitig vor evtl. gefährlichen Seiten gewarnt.

Sollte man doch einmal eine als gefährlich eingestufte Seite im Browser aufrufen, erschient ein Warnhinweis mit verschiedenen Möglichkeiten:
- Die Warnung zu ignorieren und die Seite trotzdem aufzurufen
- Die Bewertungen der Seite anzuzeigen um zu sehen, warum diese Seite schlecht bewertet wurde.
- Der Seite eine eigene Bewertung hinzufügen.

Natürlich kann der Warnhinweis auch in den Einstellungen des Add-on deaktiviert werden.
Was ist nun eigentlich der große Unterschied zwischen WOT und anderen Web Sicherheitsdiensten wie etwa McAfee’s SiteAdvisor?
In erster Linie die Reaktionszeit der Community bei Änderungen des Status einer Webseite. Wird z.B. eine bisher sichere Webseite gehackt und verbreitet dadurch Schädlinge, reagiert die WOT-Community im allgemeinen sehr schnell darauf. Irgend jemand aus der WOT-Community bemerkt den Schädling auf der Seite und hinterlässt einen Beitrag im WOT-Forum. Jetzt wird die Seite analysiert, neu kategorisiert und bewertet. Binnen kurzer Zeit wird bei einem Besuch der Seite vom Add-on eine Warnung ausgegeben. Dem SiteAdvisor währe diese Veränderung erst beim nächsten Besuch des Bot aufgefallen.
Genau so verhält es sich auch anders herum. Der Seitenbetreiber wird entweder durch die jetzt schlechte Reputation seiner Seite darauf aufmerksam, oder er wird direkt kontaktiert. Nachdem der Seitenbetreiber den Schädling entfernt hat und seine Seite neu “abgedichtet” wurde, kann binnen kurzer Zeit eine Neubewertung der Seite vorgenommen werden. Meist ist dann die Reputation der Seite recht schnell wieder hergestellt. Beim SiteAdvisor und anderen bot-gesteuerten Diensten währe hier wieder viel Zeit vergangen.
Wenn man diese Zeile so liest, könnte der ein oder andere dem Gedanken verfallen:
“Da schwärz ich jetzt einen Mitbewerber an und verpass ihm dadurch eine schlechte Reputation.”
Weit gefehlt. Das Bewertungssystem hinter WOT ist, laut Aussage des Betreibers, ziemlich resistent gegen solche Betrugsversuche. Genaueres kann man in der FAQ der WOT Wicki unter dem Punkt Reputations are easy to manipulate nachlesen.
Obwohl die Basis der Webseitenbewertung die WOT-Community darstellt, vertraut WOT nicht ausschließlich seinen Benutzern. Es werden eine ganze Reihe sogenannter Trusted Sources verwendet. Erst vor relativ kurzer Zeit wurde LegitScript, ein Dienst zur Verifizierung von Onlineshops für pharmazeutische Produkte, als weitere vertrauenswürdige Quelle aufgenommen. Auch bekanntere Dienste wie etwa SpamCop oder PhishTank werden genutzt.
Abgesehen vom eigenen Dienst, bietet die WOT Wicki noch einiges mehr. Für Interessierte in Fragen Sicherheit, Reputation und Informationen über Phishing und Co ist eine ganze Litanei von nützlichen Online Tools vorhanden.
Entwicklern wird mit der WOT API eine einfache Möglichkeit geboten, mit eigenen Anwendung die Reputation von Webseiten anzuzeigen.
Die allgemeinen Geschäftsbedingungen der API-Nutzung sind sehr moderat gehalten. Es wird kein API-Key oder ähnliches verlangt. Lediglich mit den Ressourcen sollte sparsam umgegangen werden. So sind die API-Aufrufe auf 50.000 pro 24 Stunden begrenzt. Auch sollten nicht mehr als 10 Aufrufe pro Sekunde erfolgen. Die empfohlene Verwendung eines Cache, um nicht immer wieder die selben Informationen abzurufen, ist selbstredend.
Fazit:
Mit WOT wird dem gemeinen Internetbenutzer ein wirkungsvolles Werkzeug an die Hand gegeben, dass ihnen auch Gehör verschaffen kann. Viele Webseitenbetreiber sind der Meinung, keinerlei Auskünfte über Datenschutz und die Verwendung der erhobenen Daten erteilen zu müssen. Viele Betreiber sammeln hemmungslos Daten, gerade Google Analytics rückt hier immer wieder in den Fokus, und erwähnen diesen Umstand mit keinem Wort in ihrer Datenschutzerklärung. Auch denken viele Betreiber immer noch, eine Datenschutzerklärung währe nur Nonsens. Mit WOT kann sich hier der Benutzer Gehör verschaffen. Spätestens wenn die Reputation einer Seite im Keller ist und eine Warnung beim Aufruf der Seite erfolgt, zeigen sich besagte Seitenbetreiber diskussionsbereit.
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