lautet der Titel des Buches, welches mir kürzlich in die Hände fiel.
Chad Fowler, die meisten Ruby-Entwickler dürften ihn kennen, hat mit diesem Buch kein technisches Werk zu einer der vielen Programmiersprachen verfasst, sondern geht viel mehr auf die größeren und kleineren Probleme im Berufsalltag eines Softwareentwicklers ein. In den 53 kurzen, aber sehr prägnanten, Artikeln greift er die verschiedensten Szenarien auf und gibt allerlei Tipps um die ein oder andere Situation zu meistern.
Man merkt während des Lesens sehr schnell, dass Chad Fowler auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Da Chad Fowler eigentlich Musiker ist, zieht er immer wieder Parallelen zu diesem Metier und schafft dabei auf anschauliche Art und Weise Verbindungen die für jeden nachvollziehbar sind. Viele dieser Situationen lassen sich problemlos auf alle möglichen Berufe übertragen, genauso wie der jeweilige Lösungsansatz.
Erwähnenswert sind auch die zahlreichen Anekdoten aus dem Bekanntenkreis des Autors. Eine davon, die mir persönlich am besten gefiel, ist die Schilderung von Tom Preston-Werner wie er ein sehr lukratives Angebot von Microsoft ausschlug um mit GitHub “etwas cooles zu tun”. Der Titel der Anekdote könnte passender nicht sein:
Wie ich 300.000$ von Microsoft ablehnte, um in Vollzeit an GitHub zu arbeiten.
So unterhaltsam wie teilweise die enthaltenen Anekdoten sind, so aussagekräftig sind die Titel der einzelnen Kapitel gehalten. Wie etwa der Titel des ersten Kapitel der da lautet: Führen oder bluten? Der Autor verdeutlicht in diesem ersten Artikel an zahlreichen Beispielen die noch heutige Gültigkeit des alten Leitsatz: “Geringes Risiko. Geringe Belohnung.”
Das Buch liest sich sehr leicht und unterhaltsam, ist dabei jedoch keineswegs als leichte Unterhaltung zu verstehen. Vielmehr versucht der Autor dem Leser die Augen zu öffnen und die Aufmerksamkeit auf die eigene persönliche Entwicklung des Lesers zu lenken. Er zeigt interessante Betrachtungsweisen ungeliebter Aufgaben und schafft dabei neue Perspektiven. Anhand anschaulicher Beispiele werden Möglichkeiten gezeigt, die der ein oder andere so für sich noch nicht in Betracht gezogen haben mag. Wie der Titel schon erahnen lässt, versucht Chad Fowler den leidenschaftlichen Programmierer im Softwareentwickler zu wecken.
Meine Leidenschaft für das Programmieren bedurfte keines Erweckens, denn sie ist nie erlöschen. Vieleicht auch, weil ich nie den Zwängen eines professionellen Entwicklers unterworfen war. Ich musste mich nie mit Deadlines und unmöglichen Kundenwünschen herumschlagen.
Der Autor, der ja selbst Entwickler ist, kennt das Entwicklergeschäft allerdings sehr gut. Ich kann mir gut vorstellen, dass es bestimmt Entwickler da draußen gibt, deren Leidenschaft für ihren Job sanft entschlafen ist; oder der ein oder andere nur noch Code schreibt, damit “Belag auf die Pizza” kommt. Alle die sich jetzt angesprochen fühlen, sollte einmal einen Blick in dieses Buch riskieren.
Auch alle anderen, deren Neugier geweckt wurde, können sich einen eigenen Eindruck bei einer Leseprobe unter http://www.it-fachportal.de/5885 verschaffen.
Mir hat es sehr viel Spaß bereitet das Buch zu lesen, konnte aber auch den ein oder anderen Rat mitnehmen.
Wenn ihnen der Artikel gefallen hat oder er für sie hilfreich war, bitte "kicken" sie ihn.
