
31 Oktober 2009, 14:43 von
klaus_b2438 mal gelesen.Am 21. Oktober fand in München am Nockherberg der erste Intel B(logger) Day statt. Organisiert wurde das Event von Intel und Michael Hülskötter, der auch das Software Dev Blog für Intel betreibt.
Das Event war absolut keine Werbe- oder Verkaufsveranstaltung von Intel, sondern ein sehr interessanter und vor allem informativer runder Tisch um einmal die verschiedene Seiten der Multicore-Unterstützung bzw. Parallel-Programmierung zu beleuchten.
An erster Stelle, und aus meiner Sicht sehr positiv, fiel mir die .NET Lastigkeit der Veranstaltung auf, die sich auch in der Liste der Teilnehmer wiederspiegelte.
Als weiterer Journalist, neben Michael, war auch Tilman vom dotnetpro Magazin dabei. Dann waren da noch Dariusz Parys von Microsoft Deutschland, sowie Albert Weinert und meine Wenigkeit als Vertreter der deutschen .NET Blogosphäre. Leider konnten Lars Keller, Gregor Biswanger und Rene Schulte aus nachvollziehbaren Gründen nicht teilnehmen. Vieleicht klappt es ja beim nächsten mal, denn so wie der allgemeine Tenor klang sollte einer Wiederholung der Veranstaltung nichts im Wege stehen.
Die Begrüßung der Teilnehmer, durch Beatrice Freadrich von Intel, ging noch planmäßig über die Bühne. Doch schon während der Vorstellungsrunde entbrannte bereits die erste Diskussion ob und warum überhaupt parallelisieren.
Im Laufe des Abends entwickelten sich noch viele weitere hoch interessante Gespräche rund um das Thema Multicore-Unterstützung. Dabei gingen die Meinungen über mögliche Umsetzungen doch sehr weit auseinander. Während die einen eher zu funktionalen Sprachen wie F# tendieren, andere wiederum die Umsetzung komplett vom Compiler übernommen haben wollen, bevorzuge ich hingegen die Verwendung der Parallel Erweiterung des .NET-Framework.
So unterschiedlich wie die Meinungen über mögliche Umsetzungen, waren auch die Ansichten zur Notwendigkeit der Unterstützung mehrere Kerne. Auf einen Punkt gebracht schwebte folgende Aussage im Raum: “Parallelisieren ja, aber bitte ohne Mehraufwand”.
Meiner Meinung nach kann so eine Aussage auf keinen Fall so hingenommen werden. Auf der einen Seite stellen die CPU-Hersteller immer mehr Kerne zur Verfügung und auf der Anwenderseite erwartet der Benutzer die effektive Nutzung seiner Hardware. Der Entwickler, der ja die vorhandene Hardware auch bitte nutzen möge, sagt aber: “Nein, das ist mir zu viel Arbeit”. Diese Aussage ist bewusst übertrieben, doch wenn ich mir den Hype um CCD anschaue und die geschilderte Defensive zur Parallelisierung, drängt sich mir die Frage auf: Warum wird so viel Energie in die CCD-Bewegung investiert und das längst überfällige Umdenken hin zur Umstrukturierung der Architekturen auf eine effektive parallele Verarbeitung unterbleibt so gänzlich? Ich habe keine Antwort.
Man möge mir an dieser Stelle den Vergleich mit CCD vergeben. Doch gerade die CCD-Bewegung zeigt, wie viel Energie aufgewendet werden kann um gesteckte Ziele zu erreichen. Warum also nicht auch ein wenig Kraft in die Parallelisierung stecken?
Mit Sicherheit stehen hier auch die Hersteller der Entwicklungsumgebungen und diversen Programmiersprachen in der Pflicht, den Prozess des Umdenkens voranzutreiben. Der Mensch ist von Natur aus faul und nimmt im Allgemeinen Neuerungen nur an, wenn sie nicht mit zu großem Aufwand verbunden sind.
Warten wir also auf die RTM des .NET-Framework 4.0 und Visual Studio 2010. Meine Hoffnung auf eine Richtungsänderung hin zur vermehrten Nutzung der Parallelisierung hat sich noch nicht erschöpft. Denn bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.
Wenn ihnen der Artikel gefallen hat oder er für sie hilfreich war, bitte "kicken" sie ihn.
