Mit Windows Vista hielt auch das IP-Protokoll in der Version 6 Einzug in die heimischen Netzwerke. Während unter Windows XP das TCP/IP Protokoll in der Version 6 erst zusätzlich installiert werden muss, verwendet Windows Vista standardmäßig beide Protokolle und bindet sie an die verfügbaren Netzwerkadapter. Nicht weiter schlimm, sollte man meinen. Es können dabei aber auch nette Seiteneffekte auftreten. Auf einen dieser Seiteneffekte hat mich Windows Live OneCare bei der wöchentlichen Sicherung aufmerksam gemacht als plötzlich ein PC aus der OneCare-Gruppe meldete, die Firewall des PC's an dem das zentrale Speichergerät angeschlossen ist befindet sich in einer öffentlichen Zone. Oops! Ein Blick in das Netzwerk und Freigabecenter bestätigte dies. Wie man in folgendem Screenshot wunderschön sehen kann, gab es da tatsächlich ein nicht identifiziertes öffentliches Netzwerk.
Nach einem Blick in die Eigenschaften des Netzwerkadapters war schnell klar woher dieses Netzwerk kam.

Da das IP-Protokoll in der Version 6 zusätzlich zum IP-Protokoll der Version 4 an den Netzwerkadapter gebunden war, wurde auch eine zweite Verbindung zum WLAN-Accesspoint aufgebaut. Doch da mein Accesspoint nur das IP-Protokoll in der Version 4 unterstützt, konnte die Netzwerkkennung nicht ermittelt werden und Vista ordnete diese Verbindung einem öffentlichen Netzwerk zu. In einem öffentlichen Netzwerk werden standardmäßig die Freigabe von Dateien unterbunden und somit konnte OneCare nicht auf das zentrale Speichergerät zugreifen. Diese Verhalten ist ja eigentlich richtig, doch für meinen Verwendungszweck nicht erwünscht. Also was tun? Hier stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Als erste Alternative könnte der Standort in den Netzwerkeinstellungen für dieses Netzwerk von öffentlich auf privat geändert werden damit die Netzfreigaben aktiviert werden. Die zweite Möglichkeit währe das deaktivieren des IP V6 Protokolls in den Eigenschaften des Netzwerkadapters. Da in meinem Netz alles vor und hinter dem Accesspoint noch auf dem IP V4 Protokoll beruht kam für mich nur die zweite Lösung in Betracht. Nach dem deaktivieren des IP V6 Protokolls und dem damit verbundenen De- und Reaktivieren des Netzwerkadapters war im Netzwerk- und Freigabecenter auch das öffentliche Netzwerk verschwunden.

Wenn also jemand irgend ein merkwürdiges Verhalten oder plötzlich seltsame Geister-Netzwerke auftauchen, sollte er zuerst die TCP/IP-Protokolle in den Eigenschaften seines Netzwerkadapters überprüfen und für sich entscheiden ob er das IP V6 Protokoll wirklich benötigt. In Zukunft werden wir alle sicher auf IPv6 umstellen. Doch im Moment, da noch mehr Geräte mit IPv4- als mit IPv6-Adaptern in Gebrauch sind, kann es das Leben nur unnötig schwer machen.
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